Von der Freundschaft bis zur Ehe

Der Ring ist bereits seit der Antike ein starkes Symbol und selbst in noch früheren Zeiten kannten die Menschen bereits Ringe, die aber nicht aus Edelmetallen hergestellt wurden, sondern aus den Materialien, die in der Natur zur Verfügung standen. Die ältesten bekannten Ringe sind mehr als 21.000 Jahre alt. Sie wurden aus dem Elfenbein des Mammuts hergestellt.

Von Cornelia Resch

Der Ring ist nicht nur ein Zeichen von Verbundenheit zwischen zwei Menschen gewesen. Er war in früheren Zeiten außerdem nicht nur Schmuck, sondern ein Wertgegenstand, der als Tausch und Zahlungsmittel eingesetzt wurde.
Gleichzeitig zeigten sie den Stand des Trägers, es waren Macht- und Würdezeichen. Dazu zählten unter anderem Siegelringe, die auch die Zugehörigkeit zu einer Familie oder einer anderen wichtigen Gemeinschaft zeigten. Es gab, vor allem im Mittelalter, auch Schutz- und Heilringe, denen besondere Fähigkeiten zugeschrieben wurden.
Heute gibt es Ringe für jede Art der Beziehung. Der Freundschaftsring gibt einer intensiven Freundschaft Ausdruck. Er steht für Vertrauen, Treue und Zusammengehörigkeit. Im Unterschied zum Verlobungsring drückt er eine gegenseitige Wertschätzung und Verbundenheit aus, die nicht unbedingt in Liebe enden muss. Ein Eheversprechen ist der Freundschaftsring auf keinen Fall. Für ihn wird meist weniger hochwertiges Material genutzt, denn hier zählt eher der ideelle Wert. Beliebte Materialien sind Silber oder Edelstahl. Viele Paare nutzen auch Partnerringe. Sie zeigen nach Außen die Zusammengehörigkeit des Paares, auch wenn das Paar nicht verheiratet ist.
Diese Symbolik nutzen häufig Paare, denen der Trauschein nicht wichtig ist, die ihrer Liebe aber Ausdruck verleihen möchten. Die Ringe fallen meist deutlich schlichter und kostengünstiger aus als Trauringe. Häufig wird dafür Titan gewählt. Es ist ein sehr leichtes, aber robustes Material mit einer dunkelgrauen Färbung. Auch Edelstahl ist beliebt, geht es um die Partnerringe. Edelstahl lässt sich gut mit anderen Materialien kombinieren, beispielsweise mit einem zarten Goldstreifen.


Der Heiratsantrag und die Verlobung waren Mitte des 20. Jahrhunderts fast komplett aus der Mode gekommen. Die Paare beschlossen gemeinsam, dass sie heiraten möchten und teilten dies formlos den wichtigsten Menschen in ihrem Umfeld mit. Mit dem Beginn des neuen Jahrtausends hat sich das grundlegend geändert. Frauen wie Männer kommen auf Bräuche und Traditionen zurück und wünschen sich einen romantischen und individuellen Heiratsantrag. Meist geht dieser einher mit der Verlobung. Das Eheversprechen wird nicht selten mit Gästen oder zumindest der Familie gefeiert. Zu diesem Anlass ist es die Aufgabe des Mannes einen Antrags- oder Verlobungsring auszusuchen.

Der Antragsring ist ein Geschenk an die geliebte Frau, die dann hoffentlich die Frage ob sie ihn heiraten will, mit einem klaren Ja beantworten kann. Dieser Ring ist meist mit einem Solitär bestückt und wird nur von der Frau getragen. Sind sich beide Partner einig, wird Verlobung gefeiert und dann tragen heute beide einen Verlobungsring. Beim Kauf dieser Ringe stellt sich die Frage, ob sie später zu Trauringen werden sollen. In dem Falle wechseln sie von einer auf die andere Hand und die Gravur zur Hochzeit kommt hinein. Dann sollte gleich das „richtige“ Material ausgewählt werden.

Andere Paare, zumindest die Frauen, nutzen den Verlobungsring später als Vorsteckring, vor dem Trauring. Eine weitere schöne Möglichkeit ist der Memoire-Ring. Am Tag des Antrags oder der Verlobung wird er von einem Brillanten geziert. Zur Hochzeit kommt ein weiterer hinzu, der nächste vielleicht zur Geburt eines Kindes oder zu einem besonderen Hochzeitstag. So wird der Ring immer mehr zum Erinnerungsstück an die ganz besonderen Tage im Leben eines Paares.

Der Trauring steht als Kreis und geschlossenes Symbol, ohne Anfang und ohne Ende, für die unendliche Liebe. Bereits in der Antike waren Ringe als Zeichen der Zusammengehörigkeit und Ehe bekannt, allerdings wurden sie zu früheren Zeiten und in anderen Kulturen ausschließlich von der Frau getragen. Die Ringe, die bei der Hochzeit getauscht werden, können identisch sein, dürfen aber durchaus auch variieren. Das beginnt beim Brillanten, den die Frau gerne trägt, er aber nicht. Manche Paare entscheiden sich auch für die gleiche Form, wählen aber unterschiedliche Goldlegierungen.
Ihr steht vielleicht besser Weißgold und sie trägt im Alltag keinen gelbgoldenen Schmuck, er mag aber eher Gelb- oder Rosé- gold. Auch die Breite der Ringe ist verschieden, denn sie sollte den Händen angepasst werden, damit die Proportionen stimmen. Da ist es nur normal, dass der Ring der Frau schmaler ist als der des Mannes. Mit den Ringen wird die Verbindung besiegelt und für die Außenwelt sichtbar gemacht. Während der kirchlichen Zeremonie werden sie außerdem gesegnet.
Die Auswahl an Trauringen ist heute scheinbar unendlich groß. Alle Edelmetalle werden verarbeitet. Es gibt unterschiedlichste Formen und auch in Sachen Tragekomfort und –gefühl gibt es viele Möglichkeiten. Daher sollte der Ringkauf beim Juwelier oder Goldschmied stattfinden. Hier findet eine professionelle Beratung über Vor und Nachteile von Materialien und über das, was möglich und umsetzbar ist statt. Bis hin zur ganz persönlichen Gravur wird beraten. Die Profis wissen außerdem, dass ein Trauring nicht mal eben im Vorbeigehen gekauft wird. Daher bitten sie um Terminabsprachen, damit sie sich für das Gespräch so viel Zeit nehmen können, wie das Paar braucht.

Welcher Ring wird an welcher Hand getragen?

Heute dürfen die Paare selber diese Frage beantworten. Wer aber ganz nach den kirchlichen Regeln gehen möchte und auch nach dem, was gewohnt ist, muss sich regional orientieren. In Deutschland wird der Trauring überwiegend am rechten Ringfinger getragen, einen Unterschied macht jedoch immer noch das Erzbistum Trier. Hier wird er links getragen, was auch dem entspricht, wie es in den meisten anderen Ländern üblich ist. Entsprechend kommt der Verlobungsring auf die andere Seite, um den Beziehungsstatus deutlich zu machen. Wer selber entscheidet, bekommt aufgrund der Bedeutungen vielleicht eine Hilfe: Vom linken Ringfinger soll eine Arterie direkt zum Herzen führen. Da der Ring das Herz symbolisiert, soll er so nah wie möglich am eigenen Herzen sein. Die rechte Seite galt immer als die „rechtschaffene“ Seite. Sie steht für Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit, aber auch dafür, dass für die Ehe und die dauerhafte Liebe hart gearbeitet wird.
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