Polterabend und Junggesellenabschied

Der Polterabend gehört zu den ältesten Traditionen. Es soll ihn bereits vor der christlichen Hochzeitszeremonie gegeben haben. Das Zerschlagen von Geschirr und Porzellan sollte die bösen Geister vertreiben, die dem Glück des Paares im Wege stehen könnten. Wer auch heute noch ein wenig abergläubisch ist, sollte darauf achten, dass keine Gläser und Spiegel geworfen werden, denn das wiederum soll Unglück bringen.

In der heutigen Zeit ist der Polterabend, vor allem in ländlichen Regionen, eine Möglichkeit mit möglichst vielen Menschen zu feiern. Zum Polterabend kann jeder kommen, eine spezielle Einladung dazu ist nicht nötig. Dann haben auch Vereins- oder Arbeitskollegen sowie Nachbarn die Möglichkeit mit dem Paar zu feiern, auch wenn sie nicht zur eigentlichen Hochzeit eingeladen werden. Paare, die sich eine aufwändige Hochzeit finanziell nicht leisten können, planen einen legeren Polterabend, beispielsweise mit Gegrilltem und einem Fass Bier; halt eine zwanglose, fröhliche Party. Die Hochzeit selber wird dann möglicherweise im ganz kleinen Kreis gefeiert.

Meist findet der Polterabend eine Woche vor der Hochzeit statt. Selbstverständlich gehören zum Polterabend zwei Besen, denn es ist Brauch, dass Braut und Bräutigam gemeinsam die Scherben zusammenkehren. Übrigens: Traditionell endet der Polterabend um Mitternacht.

In der Stadt sind Polterabende aus Platzgründen kaum noch möglich. Dafür wird der Junggesellenabschied umso mehr gefeiert. Diese Tradition kommt ursprünglich aus den USA und aus Großbritannien. Es ist ein Tag oder Abend kurz vor der Hochzeit, an dem Braut und Bräutigam noch einmal jeweils alleine mit Freunden, beziehungsweise Freundinnen, unterwegs sind und den Abschied vom Singleleben feiern. War es früher nur der Bräutigam, der mit seinen Freunden feierte, stehen die Bräute mit ihren Freundinnen heute in nichts mehr nach. Die Organisation liegt traditionell in den Händen der Trauzeugen. Diese planen den Abend, achten auf Braut und Bräutigam und darauf, dass das Fest nicht aus dem Ruder läuft. Schließlich ist es nicht Sinn der Sache, etwas zu tun, was man hinterher bereut. Es muss nicht zwingend der Zug durch die Kneipen sein und auch die Stripperin muss es vielleicht nicht sein. Oft planen Freunden einen ganzen Tag mit Unternehmungen, die Braut und Bräutigam besondere Freude machen. Das können sportliche Aktivitäten sein, ein Besuch in einer Wellnessoase oder ein Shoppingausflug. Manche Frauen planen eine Dessous- oder Schminkparty. Auch Cocktailabende sind sehr beliebt.

Es sollte von den Organisatoren darauf geachtet werden, dass sie nicht ihre eigenen mit den Wünschen der Hauptpersonen verwechseln und, dass es nicht zu teuer wird, damit wirklich alle teilnehmen können. Vor allem darf es für Braut und Bräutigam niemals peinlich werden. Manchmal reicht ein gemütlicher Abend mit leckerem Essen und viel Spaß miteinander.

Was braucht es schließlich mehr als die Zeit, die mit den besten Freunden verbracht wird? Manche verbringen auch ein gemeinsames Wochenende in einem Hotel oder am Strand einer Ferieninsel. Wichtig ist nur, dass es zur Persönlichkeit von Braut und Bräutigam passt, damit der Junggesellenabschied immer in guter Erinnerung behalten wird.

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