Keine Feier ohne DJ?

Es gibt einige Punkte bei der Planung einer Hochzeit, die immer und immer wieder diskutiert werden. Kaum jemand redet darüber, dass die Hochzeitsmode überflüssig ist, auch wenn sie nur einmal im Leben getragen wird. Über 90 Prozent aller Paare möchten Trauringe haben und auch die Dekoration darf nicht fehlen. Geht es aber um die Musik bei der Feier, fangen die Diskussionen an. Viele fragen sich, ob dies nicht ein Punkt auf der Planungsliste ist, an dem gespart werden kann. Aber ist die Musik nicht das A und O einer gelungenen Feier?
Von Anke Kerp

Sprechen wir mit professionellen DJs und Live-Bands, sind die Aussagen eindeutig. Sie wissen, wie wichtig die richtige Musik ist, um eine stimmungsvolle Feier so zu gestalten, dass sie allen noch lange in guter Erinnerung bleibt. Erfahrene DJs und Musiker bereiten sich, gemeinsam mit dem Paar, entsprechend gut auf das Fest vor.
Lesen wir aber, was angehende Brautpaare in Internetforen an Bedenken äußern und welche Alternativen ausgetauscht werden, ist da ein echtes Missverhältnis zu entdecken. Immer mehr Paare meinen, dass sie keine professionellen Musiker oder DJs brauchen. Sehr viele davon ärgern sich nach der Hochzeit, dass sie sich dagegen entschieden haben. Wiederholen lässt sich das Fest aber nicht.

Überlegungen vor der Hochzeit

Zunächst einmal stellt sich die Frage, welche Art von Feier wünscht sich das Paar?
Wird eine kleine, stilvolle Feier geplant, bei der es um ein gemütliches Beisammensein geht oder darum, dass Verwandte und Freunde, die sich lange nicht gesehen haben, in Ruhe unterhalten können, gehört die Musik möglicherweise nicht zu den wichtigsten Planungspunkten. Legt das Paar Wert auf ein edles Sieben-Gang-Menü, das sich über Stunden hinzieht, reicht sicherlich ruhige Musik vom CD-Player oder Laptop im Hintergrund.
Die meisten Paare wünschen sich aber heute eine fröhliche Party, bei der tanzen kann, wer tanzen mag. In diesem Fall sollte sich die Frage ob DJ oder CD gar nicht erst stellen, egal, ob es eine Feier mit 40 oder 100 Gästen ist.

Kommentar:

Natürlich stehen die musikalischen Vorlieben der Gastgeber an erster Stelle. Mag das Paar Oldies, sollten ruhig über den Abend verteilt, immer mal welche gespielt werden. Aber egal wie der eigene Musikgeschmack ist, nicht jeder Gast kann diesen teilen.
Werden also nur Oldies, ausschließlich Partyreißer oder Techno gespielt, um nur einige Richtungen zu nennen, wird es viele Gäste nerven. Sie haben keine Lust darauf zu tanzen und gehen vielleicht lieber raus zu den Rauchern. Der Saal wird immer leerer. Was die feste Musikfolge auf einem Laptop oder einer CD angeht, so kann diese noch so bunt gemischt sein, sie ist starr und kann daher nicht auf Stimmungen eingehen.
Gerade ist die Tanzfläche voll, die Stimmung gut, weil zwei Lieder hintereinander für den Discofox geeignet sind. Jetzt kommt plötzlich ein Bruch, weil eine andere Musikrichtung folgt, die in diesem Moment überhaupt nicht passt. Außerdem, welchem Gast möchte man zumuten, sich den ganzen Abend um die Musik zu kümmern? Auch der Bruder oder der beste Freund wollen mitfeiern, sich unterhalten und tanzen.
Sind sie mit Partnerin auf der Hochzeit, gibt es bereits zwei Gäste, die nicht den vollen Spaß haben werden. Was die Musikauswahl der DJs und Live-Musiker angeht, so hat das Paar es in der Hand. In persönlichen Gesprächen wird über die Art der Feier gesprochen und darüber, mit welchen Reden zu rechnen ist, ob Spiele erwünscht sind oder andere Aktionen und Highlights. Darüber hinaus geht es um den persönlichen Geschmack des Paares und um die Ausrichtung der Hochzeitsgesellschaft.
Wie viele Gäste sind es, wie ist der Altersschnitt und gibt es viele Tänzer darunter? Tanzen diese lieber Discofox, Walzer und Co. oder geht es um freies Tanzen? Nicht zuletzt geht es um den Ausschluss!
Möchte das Paar auf keinen Fall eine bestimmte Musikrichtung, keine Ballermann Party und kein Volksfest, kein Heavy Metal und kein Techno, dann wird das besprochen und der DJ weiß, das muss er ausschließen. Es gibt jede Menge Alternativen, die auch für gute Stimmung sorgen. Was das Saufgelage angeht, ist doch eher das Gegenteil der Fall.
Wer sich gut amüsiert und viel tanzt, hat gar nicht so viel Zeit und Lust zum Trinken. Stehen oder sitzen die Gäste jedoch den ganzen Abend zusammen und reden, wird der Alkoholkonsum eher höher. Aber auch das haben Paare ein wenig in der Hand. Gibt es beispielsweise nur Getränke wie Bier oder Wein, aber keine Schnäpse und ähnlich Hochprozentiges, hält sich das Ausmaß meist in Grenzen.

Was macht einen guten DJ oder Musiker aus?

Natürlich kostet ein DJ Geld und je größer eine Band ist, umso teurer wird es. Allerdings sollte hier nicht um jeden Preis gespart werden, denn die Feier steht und fällt nun einmal mit der Musik. Legt ein DJ von abends 19.00 Uhr auf und verspricht bis zum Schluss da zu sein, sollte man stutzig werden, wenn er dafür nur 200,- Euro haben möchte.
Viele Hochzeiten enden nicht vor zwei Uhr, manche dauern bis in den frühen Morgen. Legt der DJ von 19.00 bis 2.00 Uhr auf, würde er in der Stunde nur 30,- Euro bekommen. Da er aber vorher aufbauen, später abbauen muss, An- und Abfahrtswege hat, ist er mindestens 12 Stunden unterwegs, sein Stundenlohn extrem gering.

Darüber hinaus kommt die Vorbereitung und er bringt sein Equipment mit: Anlage, Verstärker, eine große Musikauswahl und möglicherweise noch Lichteffekte. Bei solchen Angeboten ist Skepsis geboten. Das kann kein professioneller DJ leisten. Professionalität ist aber Voraussetzung für einen guten Job. Daher sind die Gespräche vorab von größter Wichtigkeit. Was kann der DJ bieten, welche Leistungen deckt er ab? Ist das Repertoire, das er mitbringt ausreichend und wie reagiert er auf die Wünsche des Paares? Hat er einen Notfallplan anzubieten, wenn er selber kurzfristig ausfallen sollte? Fragen sind erlaubt und notwendig.

Die Reaktion des DJs gibt Aufschluss darüber, was er kann und ob er zu einem passt – auch das ist wichtig. Die Absprachen sollten so genau wie möglich sein, auch darüber, ob eine Moderation erwünscht ist, in welchem Rahmen und welcher Art. Ist alles klar, sollte eine schriftliche Vereinbarung erstellt werden, die Eckdaten und Kosten festlegt. Hier sollte auch Schwarz auf Weiß stehen, was im Falle von Krankheit oder Unfall passiert? Kann der DJ kurzfristig für Ersatz sorgen oder ist es ein größeres Unternehmen, das immer „Ersatz-DJ’s“ im eigenen Mitarbeiter-Pool hat?

Einfühlungsvermögen

Professionelle DJs bringen nicht nur ein gutes Equipment mit und ein umfangreiches Wissen über Musik, sondern auch Einfühlungsvermögen. Sie merken sofort, wenn ein Musikstil nicht ankommt und wie die Gesamtstimmung ist. Entsprechend schnell reagieren sie mit der „richtigen“ Musik. Auch in punkto Lautstärke können sie reagieren. Sind wirklich alle auf der Tanzfläche, was selten vorkommt, darf die Musik lauter gestellt werden. Unterhaltungen finden dann nicht statt. Gibt es aber Gruppen oder Einzelpersonen, die in Gespräche vertieft sind, ist eine geringere Lautstärke sinnvoll.

Die Ausrichtung der Boxen und die Anlage des Saales spielen dabei eine große Rolle. Es sollte immer einen Bereich geben, der Gespräche zulässt. Auch dazu kann der DJ mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ist er über den Ablauf des Abends informiert, wird er ebenfalls richtig reagieren. Gleich soll es Reden geben, also wird er vorab die Musik so einstellen, dass es ruhiger wird. Besondere Aktionen kann er ankündigen und danach dafür sorgen, dass die Tanzfläche schnell wieder voll wird. Kein Gast muss sich darum kümmern und vor allem nicht das Brautpaar selber. Er arbeitet für die Gesellschaft, während diese einfach nur feiert.

Das gleiche gilt für Live-Musiker, wobei hier genau auf das Repertoire geachtet werden muss. Keine Band kann die Bandbreite eines DJs abdecken, aber Musiker, die auf Hochzeiten spezialisiert sind, bringen einen Mix an Genres mit. Wer ausreichend Budget zur Verfügung hat, kann eine Mischung aus Live-Musik und DJ buchen. Muss das Brautpaar sparen, sollte es überlegen, ob es nicht andere Möglichkeiten gibt, denn die Musik ist das A und O einer gelungenen Feier.

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