Heiraten mit Brille

Stylingtipps für die Braut

Eine Brillenträgerin steht vor der Hochzeit in punkto Styling vor allem vor der Entscheidung, ob sie mit Brille oder mit Kontaktlinsen heiraten und feiern möchte. Dazu gibt das „Kuratorium Gutes Sehen e.V.“ exklusiv für hera Hochzeit Profi Tipps fürs Styling.

Sollte sich die Braut, die vorher nie Kontaktlinsen getragen hat, für diese unsichtbare Variante entscheiden, muss sie genügend zeitlichen Vorlauf einplanen. Kontaktlinsen müssen fachmännisch angepasst werden und auch der Umgang damit will gelernt sein. Allerdings sollte jede Braut trotzdem eine Brille dabei haben, die für den Notfall einsatzbereit ist. Kontaktlinsen können beispielsweise verloren gehen. Ein langer Tag kann auch dazu führen, dass die Augen austrocknen und die Kontaktlinsen als störend empfunden werden.

Für viele Frauen ist die Brille jedoch ein langjähriger Begleiter und weitaus mehr als eine einfache Sehhilfe. Sie wird als Teil der Persönlichkeit und des individuellen Stils empfunden. Ohne Brillen fühlen sich viele Brillenträgerinnen einfach nicht komplett. Das Bild im Spiegel ist ungewohnt und fremd. Auch auf den Fotos möchte sie sich wiedererkennen. Daher entscheiden sich viele Brillenträgerinnen auch am Hochzeitstag für die Brille.

Die Abstimmung auf das Brautkleid

Da stellt sich schnell die Frage, welche Brille passt zum Brautlook? Die meisten Bräute bevorzugen das cremefarbene oder weiße Brautkleid. Da ist es selten vorteilhaft, eine dunkle, dicke Nerdbrille zu tragen. Sie passt nicht ins Bild, auch wenn sie derzeit voll im Trend liegt und gerade von jungen Frauen im Alltag gerne getragen wird. Je breiter und dunkler der Rahmen, umso mehr tritt die Brille optisch in den Vordergrund. Sie stiehlt dem Brautkleid dann die Show. Besser ist also eine dezente, elegante Fassung, die nicht von Brautkleid, Blumen und Schleier ablenkt. Besonders eignen sich Fassungen mit schmalen Rahmen, Halbrahmenbrillen oder rahmenlose Brillenmodelle. Wem solche Brillen „zu wenig“ sind und wer sich für eine unkonventionelle Farbe oder einen starken Farbkontrast im Gesamt-Outfit entscheidet, hat mehrere Optionen. Dünne Rahmen mit Farben in der mittleren Farbtiefe, am besten passend zur Haarfarbe sind geeignet oder etwas kräftigere Fassungen, bei denen dann aber der Farbkontrast zu Haut und Haaren minimiert werden muss.

Die Farbe der Fassung

Mehr als jedes andere Element der Brille wirken sich die Farbe und die Dicke der Fassung auf deren Wirkung aus. Harmonisch zum weißen, cremefarbenen oder pastelligen Brautkleid wirken Ton-in-Ton Kombinationen. Fassungen in Silber oder Gold, in zarten Tönen wie Pfirsich, Flieder, Rosé, Hellgrau, Karamell oder sogar in Weiß oder Cremetönen sind ideal. Wer die Brille mehr wirken lassen möchte, kann einmal an der Stellschraube der Fassungsbreite drehen oder an der Farbintensität. Zu beachten ist aber, je weniger Kontraste die Braut selber mitbringt, umso vorsichtiger sollte ihre Experimentierfreude bei den Brillen sein. Bei einer blonden, hellhäutigen Braut mit hellen Brauen und Augen, wirkt eine dunklere und dickere Fassung viel stärker als das bei einer brünetten, braunäugigen Frau mit dunklem Farbton der Fall ist. Entscheidet sich die Braut für eine unkonventionelle, kräftige Farbe beim Outfit, kann auch bei der Brille munter drauf los experimentiert werden. Auch hier sind Ton-in-Ton Varianten zu empfehlen, die auf das Kleid, den Schmuck oder die Haare abgestimmt werden. Der Brautstrauß ist ebenfalls ein guter Lieferant für den richtigen Farbton. Diese Kombination wirkt allerdings tatsächlich nur mit Brautstrauß.

Die Frage nach dem Stil

Auch weiße oder pastellfarbene Braut-Outfits können sich stilistisch stark unterscheiden. Die Bandbreite reicht von romantisch über sportlich bis flippig, frech oder betont sexy. Auf Nummer sicher geht die Braut immer mit unauffälligen,minimalistischen Fassungen oder randlosen Brillen. Sie passen sich dem Gesicht und dem Outfit immer an. Allerdings können sie auch keine Akzente setzen. Gute Effekte erreicht ein Outfit immer dann, wenn die Accessoires, zu denen die Brille optisch zählt, den Stil unterstreichen. So kann ein romantisches helles Brautkleid mit einer minimalistischen Silberfassung in geschwungenen Linien und mit Steinbesatz unterstrichen werden. Zum sportlichen cremefarbenen Hosenanzug darf es auch eine matte Metallfassung mit sachlicher Formgebung und im selben Farbton sein. Zum roten Brautkleid würde auch eine Brille mit roter Oberrandbetonung oder schmalem dunkelrotem Metallrand gut wirken.

Grundsätzlich sollte die Brille immer mit dem Brautkleid und den Accessoires probiert werden. Eine zweite, vielleicht minimalistische Brille zur Hochzeit, ist keine unnötige Ausgabe. Sie kann später, ähnlich wie dezenter Schmuck, zu fast allen Outfits kombiniert werden.

Tipps für das richtige Make-Up

Für eine Frau mit Brille gilt immer: Nicht nur das Outfit bestimmt das Braut-Make-up, sondern auch die Art der Fehlsichtigkeit. Zu beachten ist, ob eine Kurz- oder Weitsichtigkeit vorliegt. Brillen und ihre Gläser schlucken einen Teil der Farbe. Brillenträgerinnen dürfen daher etwas „dicker“ auftragen als andere Frauen, ohne Brille. Mit unterschiedlichen Techniken können sogar kleine Ausbesserungen erzielt werden. Bei Kurzsichtigkeit gilt: Helle Farben vergrößern das Auge. Augen wirken durch Minusgläser kleiner. Helle, pastellfarbene Lidschatten können diesem Effekt entgegenwirken. Ein weißer oder beiger Kajalstrich am Unterlid, oberhalb des Wimpernrandes erreicht schon viel. Er wird vom äußeren Augenrand bis zur Mitte sanft auslaufend aufgetragen. Am Oberlid wird der obere Wimpernrand mit passendem Eyeliner komplett umrahmt. Braun wirkt immer etwas weicher als Schwarz. Die Wimpern werden mit Mascara, oben und unten, kräftig betont.

Tipp: Mehrmals mit kurzen Pausen tuschen und dabei die Bürste am Wimpernkranz ansetzen und mit Zickzack-Bewegungen durch die Wimpern ziehen. So kann der Mascara trocknen und die Wimpern kleben nicht so stark aneinander.

Plusgläser bei Weitsichtigkeit vergrößern das Auge optisch. Dieser Effekt wird von den meisten Menschen als vorteilhaft wahrgenommen. Daher gibt es keinen Grund ihn mit Make-Up zu kaschieren. Nur bei ausgesprochen großen Augen oder sehr hoher Dioptrienzahl kann es sinnvoll sein dagegenzuhalten. Das Vorgehen ist ähnlich wie bei der Kurzsichtigkeit, allerdings werden die hellen, glänzenden Farben durch dunkle, matte Töne ersetzt. Der Lidstrich darf ruhig mutig im engsten Kreis des Auges gezogen werden, auch auf dem inneren Lidrand. Mascara sollte aber nur auf dem oberen Wimpernkranz aufgetragen werden, um das Auge nicht noch größer erscheinen zu lassen.

Tipp: Mit einer sogenannten Schminkbrille gehören zusammen gekniffene Augen und verschmierte Eyeliner der Vergangenheit an. Auch beleuchtete Schminkspiegel, die mit bis zu 20-fachen Vergrößerungsfaktor erhältlich sind, erleichtern Brillenträgerinnen das Schminken sehr.

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