Der Trend zum Individuellen

Früher war eine Hochzeit geprägt von Bräuchen, Ritualen und relativ festgelegten Abläufen. So war zumindest regional, jede Hochzeit nach dem gleichen Muster aufgebaut. In den Zeiten, in denen unser ganzes Leben von jährlich wechselnden Trends und Modeerscheinungen geprägt ist, hat sich auch die Hochzeit gewandelt. Natürlich stellen wir Ihnen die wichtigsten Trends vor, das Wichtigste aber ist für uns der Trend zum Individuellen.

Von Anke Kerp

Heiraten wie im Märchen

Der Wunsch nach einer glamourösen Märchenhochzeit, bei der die Braut die unangefochtene Prinzessin ist, bleibt ungebrochen. Viele Bräute möchten sich zumindest einmal im Leben so fühlen wie eine Prinzessin. Dazu passen Roben in A-Linie genauso wie aufwendige Kleider mit voluminösen Röcken und Stickereien oder Perlen Schmuck, am besten Swarovski-Steinen. Da darf dann der Schleier nicht fehlen und als Hochzeitslocation wird nach einem Schloss oder einer Burg gesucht. Wer sich für diesen Stil entscheidet, sollte ihn auch konsequent durchziehen. Der Bräutigam hat dann seinen großen Auftritt im Frack oder Cutaway. In diesem Falle müssen die Gäste einen Dresscode bekommen, der deutlich macht, dass sich das Brautpaar entsprechend festliche Kleidung wünscht. Die Dekoration ist geprägt von hohen Leuchtern und edlen Blumen, die Tische sind besonders festlich eingedeckt. Als Hochzeitsfahrzeug muss es dann eine Kutsche sein oder ein eleganter Oldtimer.

Die Boho-Hochzeit

Wesentlich legerer geht es bei der Boho- oder Hippie-Hochzeit zu. Hier passt das weich fallende Hochzeitskleid aus zarter Spitze beispielsweise. Statt Schleier trägt die Braut Blumen oder Bänder im Haar, lässt sie nicht hochstecken, sondern es dürfen Locken einfach fließen. Florale Accessoires spielen hier durchgängig eine wichtige Rolle, wobei wirklich alles von Leichtigkeit geprägt ist. Ein bunter Wiesen- oder Wildblumenstrauß für die Braut wäre ideal. Findet die Hochzeit im Sommer statt, ist eine Freie Trauung unter freiem Himmel genau richtig und im Anschluss ein Picknick auf der Wiese oder einer Waldlichtung. Hier darf vieles selbstgemacht sein, die Dekoration beispielsweise oder ein Kuchenbuffet, für das auch die Gäste etwas mitbringen können. Die Gäste dürfen leger gekleidet kommen, in Jeans und Hemd oder in sommerlich heller Kleidung.

Der Bräutigam kann einen lässigen Hochzeitsanzug tragen. Vor allem die derzeit beliebten Hosenträger passen perfekt. Übrigens: Boho ist die Abkürzung für Bohemian und leitet sich aus dem Lebensstil des 19. Jahrhunderts ab. Wobei dieser Lebensstil vor allem auf intellektuelle Randgruppen zutraf, wie Schriftsteller, Bild Künstler oder Musiker.
Auch bei Studenten war diese Lebensweise weit verbreitet. Sie stellten sich gegen die bürgerlichen Einstellungen, wollten sich nicht fremdbestimmen lassen, sondern authentisch und eigenständig ihr Leben in die Hand nehmen. Sie wollten ungezwungen, frei und naturbezogen leben. Insofern passt auch wieder der Begriff der Hippie-Hochzeit. Diese Gruppierung tat in den 1970er Jahren nichts anderes. Sie wollten frei und selbstbestimmt leben, vor allem anders als die bürgerliche Gesellschaft.

Heiraten im nostalgischen Vintage-Stil

Brautkleider im Vintage-Look zeichnen sich ebenfalls durch viel Spitze und locker fallende Stoffe aus. Die Ärmel dürfen ruhig lang sein und über den Handrücken auslaufen. Das Haar wird eher offen getragen, ein wenig gelockt darf es sein. Das Make-Up ist fast unsichtbar. Dekorationen im Vintage-Stil sehen ein wenig abgeschabt aus, die Farben sind zart. Fliedertöne, helles Blau und Rosé spielen hier eine große Rolle. Der Farbstil sollte sich durch den ganzen Tag ziehen, genauso eine gewisse Leichtigkeit. Zur Vintage-Hochzeit passt eine Scheune, die Feier unter freiem Himmel, aber sicher nicht der Festsaal im 5-Sterne-Restaurant.

Trachten auch im Flachland

Trachten sind so beliebt wie lange nicht mehr und das nicht nur in den Bergen. Das zeigt sich vor allem bei den zahlreichen Oktoberfesten, die von der Küste bis in den Süden des Landes stattfinden. Die meisten Besucher gehen in Tracht – einfach weil es schön ist und Spaß macht. Hochzeitskleider im Trachtenstil sind heute keine Seltenheit, wobei es kein klassisches Festtagsdirndl sein muss.

Es kommt auf die Schnittführung und den Stoff an. Wer sich dafür entscheidet, hat sich gleichzeitig für den gewollten Stilbruch entschieden. Gerne werden traditionelle Trachten mit ganz modernen Accessoires kombiniert und gefeiert wird in stylischen Location, die einfach angesagt sind. Und nun kommen wir wieder an den Anfang. Erlaubt ist, was gefällt und das Wichtigste bei der Hochzeit ist doch, dass sich das Paar rundum wohlfühlt. Natürlich helfen Trends Ideen zu finden und sie inspirieren.

Letztlich aber sollte alles so umgesetzt werden, wie es dem Brautpaar gefällt. Authentisch, ehrlich und ganz bei sich selbst – wem das gelingt, wird eine ganz persönliche Hochzeit erleben und die Gäste werden ebenfalls begeistert sein, denn es passt alles zusammen und vor allem alles passt zum Lebensstil und Charakter des Paares. Trauen Sie sich doch einfach Ihren ganz persönlichen Stil zu leben und daraus Ihren ganz individuellen Trend zu machen.

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